(Ferien-)Wohnungen

Der Markt für möblierte Kurzzeit- und Ferienwohnungen verspricht gute, häufig steuerfreie, Gewinne. Dieses boomende Geschäft entzieht dem Mietwohnungsmarkt jedoch jährlich mehr Wohnungen als neu gebaut werden. Wurden 2012 noch ca. 10.000 Ferienwohnungen berlinweit im Internet angeboten, stieg dieses Angebot auf 26.300 im Jahr 2018. Neubauwohnungen werden zunehmend möbliert angeboten und jede*r kennt jemand, die*der Wohnung als „Homesharer“ an Tourist*innen vermietet. Leerstand, kurzzeitige Vermietungen und Immobilienspekulation greifen so oft ineinander. Dagegen soll das Zweckentfremdungsverbotsgesetz helfen. Als Reaktion auf die wachsende Wohnungsnot hat der Berliner Senat das Gesetz 2018 verschärft. Jede*r Anbieter*in einer Ferienwohnung muss diese seitdem beim Bezirksamt registrieren lassen. Illegale Zweckentfremdung wird mit bis zu 500.000 Euro Bußgeld bestraft.

Aber: Seit sechs Monaten warten die Bezirke auf die Ausführungsvorschriften der Senatsverwaltung für Wohnen, die eine wirksame Überwachung erst ermöglichen. Obwohl diese fehlen, hat das bezirkliche Wohnungsamt im ersten Halbjahr 2018 in Tempelhof-Schöneberg 2.891 Verfahren wegen Zweckentfremdungen eingeleitet und konnte über 1.000 Wohnungen wieder in den Mietwohnungsmarkt zurückführen. Bei konkretem Verdacht nimmt das Bezirksamt gerne Hinweise unter bit.ly/2qK0gXX entgegen.

 

Christiane Heiß

Bezirksstadträtin für Bürgerdienste, Ordnungsamt, Verkehr und Grünflächen

B’90/GRÜNE