Grüne für mehr Fairness auf den Schulsportplätzen

Tempelhof-Schönebergs Schulen sowie Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen sollen möglichst schon ab kommendem Jahr ihre Sportartikel wie Bälle und anderes leichter aus fairer Produktion und fairem Handel kaufen können. Dafür wollen die Bündnisgrünen mit ihrem Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung nun die Voraussetzungen schaffen. Die Aufgabe für das Bezirksamt: Das soll für die betreffenden Einrichtungen eine Übersicht über die verschiedenen Anbieter_innen fairer Sportartikel, über Qualitätsstandards, Zertifikate und Preise erstellen.

Die bündnisgrüne Sportausschussvorsitzende Jessica Mroß: „Unser Bezirk trägt den Titel Fairtrade-Town. Das ist eine Auszeichnung, die aber immer wieder aufs Neue verdient werden muss. Und dazu gehört, dass die Einrichtungen des Bezirks den privaten Konsument_innen Vorbild sind und beim Einkauf darauf achten, faire Produktionsbedingungen und fairen Handel zu fördern.“

Von fairen Bedingungen kann aber gerade bei der Herstellung der meisten Bälle nicht die Rede sein. Der größte Teil der weltweit produzierten Bälle wird nämlich in Pakistan von Frauen und Kindern in menschenunwürdiger Handarbeit gefertigt, wobei die Heimarbeiter_innen auch bei einer Arbeitszeit von zwölf und mehr Stunden täglich ohne Ruhetag auf kaum über hundert Euro im Monat kommen und sie mit ihrem Stücklohn weit weniger verdienen als das, was in Pakistan gesetzlicher Mindestlohn ist. Bei Bällen mit dem Fairtrade-Siegel dagegen gilt: Die Arbeiter_innen müssen einen ausreichenden Lohn erhalten und Kinderarbeit ist tabu.

Als Zeichen gegen Kinderarbeit hatte das Abgeordnetenhaus deshalb bei der Haushaltsberatung entschieden: Bei den „Maßnahmen zur Entwicklung der Sportmetropole Berlin“ werden 4.500 Euro eingeplant. In Tempelhof-Schöneberg hatte der Sportausschuss der Bezirksverordnetenversammlung auf bündnisgrüne Initiative erst vor kurzem beschlossen: Wenn der Bezirk bei Wettbewerben und Ehrungen einem Sportverein als Preis einen Ball überreicht, muss der künftig aus fairem Handel stammen.

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