Sozialraumorientierung ressortüber-greifend verankern: so heißt, vielleicht etwas sperrig, eines der wichtigsten Vorhaben der rot/grünen Zählgemeinschaft. Die Menschen in unserem großen Bezirk Tempelhof-Schöneberg leben in ihren Kiezen oder Quartieren. Hier entscheidet sich, ob sie sich wohlfühlen, ob sie in guter Nachbarschaft leben, wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten und Spielplätze finden. Hier wollen die Älteren in ihrer gewohnten Umgebung möglichst lange wohnen und Jüngere mitentscheiden, wie der Park um die Ecke aussehen soll. Probleme im Quartier – wie z.B. im Bereich der Maaßenstrasse – können nur erfolgreich gelöst werden, wenn die unterschiedlichen Verwaltungen wirklich abgestimmt und zusammen arbeiten, und im Gespräch mit den BürgerInnen bleiben.
Eine besonders wichtige Ressource sind Bewohner und Bewohnerinnen, die sich für „ihr“ Quartier interessieren und engagieren. Sozialräumliches Handeln ist auch immer präventiv, denn es verhindert, dass sich negativ verstärkende Effekte in Quartieren entstehen.
Die individuellen Hilfen für den Einzelnen, womit ich es im Sozial- und Gesundheitsamt zu tun habe, können oft besser greifen, wenn auch die Hilfe-Möglichkeiten in der Nachbarschaft einbezogen werden. Eine solche kiezgerechte und auf den Sozialraum orientierte Lösung könnte z.B. darin bestehen, dass in Schulen oder Kitas in unserem Bezirk auch ein Mittag für Ältere angeboten wird, sozialer Kontakt inklusive und bestimmt nicht teurer als der fahrbare Mittagstisch!
Die sozialräumliche Betrachtung einerseits, die Erhebung von Daten, z.B. über die Altersentwicklung, die in Schöneberg ganz anders ist als in Lichtenrade, muss einher gehen mit abteilungsübergreifenden Planungen und Handlungsvorschlägen. Also z.B. die knappen Ressourcen für Bordsteinabsenkungen gezielt dort einsetzen, wo viele Ältere mit Rollatoren (oder auch Jüngere mit Kinderwagen) unterwegs sind. Oder damit der Weg zum U- und S-Bahnhof, der endlich einen Fahrstuhl bekommen hat, auch endlich von Barrieren befreit wird.
Die andere Seite der Sozialraumorientierung ist die Beteiligung von BürgerInnen. Leider konnten wir wegen der klammen Bezirkskasse nicht sofort beschließen, dass Verfügungsfonds ein-gerichtet werden, über deren Verwendung die AnwohnerInnen selbst bestimmen. Verabredet aber haben wir fest, dass auch für die Verfügungsfonds nach gangbaren Finanzierungswegen gesucht. Das ist doch immerhin schon mal ein Anfang!
Sibyll Klotz,
Stadträtin für Soziales, Gesundheit und Stadtentwicklung




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